Die 48. Solothurner Filmtage mit Würde, Bienen und starken Beiträgen

Der Imker

Jährlich vervierfacht sich nahezu die Einwohnerzahl der 16000 Einwohnergemeinde Solothurn im gleichnamigen Kanton. Die Filmspielhäuser sind überfüllt, die Strassen säumen sich mit Menschen und kritische Worte voller Emotion fliegen durch die Lüfte. Die Solothurner Filmtage finden seit 1966 jährlich statt und stellen heute das bedeutendste Filmfestival der Schweiz.

Natur und Mensch

Eröffnet wurden die diesjährigen 48. Solothurner Filmtage mit dem Dokumentarfilm ‚Rousseaus Kinder – Ein Reality-Check in Alaskas Wildnis‘ unter Regie von Monika Schärer. Wenn auch nicht mit einen der beiden begehrten Preise, dem Prix du Public oder dem Prix de Soleure, gekrönt so definierte dieser Film doch den Fokus der Filmtage. Vor dem Hintergrund der atemberaubenden Landschaft Alaskas wird der Traum dreier Schweizer Naturforscher und Abenteurer resümiert, die im Geiste Rousseaus das Leben im Einklang mit der Natur für ihre Familien suchten. Es ähnelt stark an ein Gemälde, wie sich die Geschichten der Familien bunt über den naturgegebenen Hintergrund ziehen und nun wie ein Gesamtwerk schön und anrührend zu betrachten sind.

Preise für die Wirklichkeit

Selbiges findet sich auch in der Geschichte von Ibrahim Gezer, welches in Mano Kahlil ‚Der Imker‘ den Zuschauer sehr ehrlich und wirklich in sein Leben lässt. Als kurdischer Flüchtling in der Schweiz findet er einen Ort wo er endlich sein kann. Diese Ehrlichkeit traf auf Verständnis nicht nur bei den Zuschauern auch bei den Juroren. ‚Der Imker‘ wurde mit dem Prix de Soleure prämiert. Auch der Träger des Prix de Public, ‚More than Honey‘ von Markus Imhoof sieht in den beschaulichen Tieren mehr als nur einen Nutzen. Das Phänomen des Bienensterbens führt Imhoof über den halben Globus. Von den Mandelfeldern Kaliforniens über die Alpenimker der Schweiz bis hin zu chinesischen Pollenhändlern kommt Imhoof immer mehr zu dem Verständnis, dass es hier weder um Bienen noch um Honig sondern vielmehr um den Menschen selbst geht. Um den Menschen selbst geht es auch in Lorenz Merans ‚Rosie‘. Um welchen Menschen ist nicht immer klar, kreiert aber Verständnis für Merans Situation, dessen Hilfe von seiner Mutter Rosie, die mit Bevormundung kämpft, abgelehnt wird und ihn fast die eigene Liebe verpassen lässt. Daher berührt Rosie auf vielen verschiedenen Ebenen.

Bildquelle: srf.ch